Generationswechsel im Familienunternehmen: Coaching für Nachfolger

Zwei Männer in Hemd und Sakko sitzen an einem Tisch und betrachten gemeinsam ein Tablet

Inhaltsverzeichnis

Ein Familienunternehmen zu übernehmen bedeutet mehr, als Verantwortung, Anteile oder einen Geschäftsführertitel zu erhalten. Für die nächste Generation beginnt damit eine persönliche Entwicklung: Wie möchte ich selbst Unternehmer oder Unternehmerin sein? Zwischen dem Lebenswerk der Eltern, familiären Erwartungen und eigenen Vorstellungen von Führung und Zukunft ist die Antwort darauf oft nicht eindeutig. 

Genau hier setzt ein Coaching beim Generationswechsel im Familienunternehmen an. Es hilft Nachfolgern, ihre eigene Unternehmerrolle zu entwickeln, Verantwortung aktiv zu übernehmen und der Vorgängergeneration zunehmend auf Augenhöhe zu begegnen. In diesem Artikel erfährst du, wie wichtig Selbstführung ist und wie du zwischen Tradition und Erwartungen deinen eigenen Führungsstil findest. 

Wichtiges in Kürze zum Generationswechsel im Familienunternehmen:

Generationenwechsel bedeutet mehr als die formale Übergabe von Verantwortung: Als Nachfolger entwickelst Du Dein eigenes Verständnis davon, was Deine Idee von  Unternehmersein ist.

Familiäre Erwartungen, die Zusammenarbeit mit der Vorgängergeneration und die eigene Selbstführung beeinflussen, wie gut Du in Deine neue Unternehmerrolle hineinfindest.

Coaching bzw. persönlich-unternehmerisches Sparring schafft Raum, die eigene Rolle zu klären und den Übergang vom Nachfolger zum selbstwirksamen Unternehmer bewusst zu gestalten.

Warum der Generationswechsel mehr als eine Unternehmensübergabe ist

Ein Generationswechsel im Familienunternehmen wird häufig mit einem klaren Zeitpunkt verbunden: Der Senior zieht sich zurück, der Junior übernimmt die Unternehmensführung und Verantwortung. Doch eine neue Position macht aus einem Nachfolger noch keinen Unternehmer. Neben rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Fragen findet deshalb ein zweiter Übergang statt: die persönliche Entwicklung in die eigene Unternehmerrolle.

Das wird besonders deutlich, wenn man zwischen drei Rollen unterscheidet. Als Fachkraft arbeitet der Nachfolger an konkreten Aufgaben und bringt sein fachliches Wissen ein. Als Manager organisiert er Abläufe, führt Mitarbeiter, koordiniert Ressourcen und sorgt dafür, dass das Tagesgeschäft funktioniert. Als Unternehmer richtet sich sein Blick dagegen stärker auf die Zukunft: Wo soll das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren stehen? Welche Kunden wollen wir erreichen? Welche Chancen wollen wir nutzen? Was müssen wir heute verändern, damit das Unternehmen auch morgen konkurrenzfähig bleibt?

Nachfolger müssen alle drei Perspektiven kennen. Mit zunehmender Verantwortung sollte sich ihr Schwerpunkt jedoch verschieben: von der Arbeit im Unternehmen hin zur Arbeit am Unternehmen. Genau darin liegt der persönliche Teil der Nachfolge. Es geht nicht nur darum, Aufgaben des Seniors zu übernehmen, sondern eine eigene unternehmerische Position zu entwickeln und Entscheidungen für die Zukunft des Unternehmens zu verantworten.

Vom Nachfolger zum eigenständigen Unternehmer

Diese Entwicklung lässt sich nicht vollständig von der Vorgängergeneration organisieren. Wer darauf wartet, dass ihm nach und nach die richtigen Aufgaben übertragen werden, bleibt leicht in einer reaktiven Rolle: Er bearbeitet die Themen, die an ihn herangetragen werden, statt selbst strategische Fragen zu stellen, eigene Vorhaben anzustoßen und Verantwortung für deren Umsetzung einzufordern.

Unternehmerisch zu handeln bedeutet deshalb auch, selbst Initiative zu ergreifen: strategische Themen anzusprechen, eigene Vorschläge einzubringen, Entscheidungsbereiche einzufordern und Positionen zu vertreten. Das Praxiswissen der Vorgängergeneration bleibt dabei wertvoll, gibt aber nicht automatisch vor, wie die nächste Generation das Unternehmen führen muss.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Wann darf ich das Unternehmen übernehmen?“, sondern: „Wie möchte ich dieses Unternehmen künftig als Unternehmer gestalten?“

Warum es oft schwerfällt, die eigene Unternehmerrolle zu entwickeln

Frau im hellen Blazer sitzt am Schreibtisch, hält ein Papier und fasst sich mit der Hand an die Stirn

Gerade im Familienunternehmen beginnt die Nachfolge selten auf einer neutralen Ausgangsposition. Viele Nachfolger kennen den Betrieb seit ihrer Kindheit. Sie kennen Mitarbeiter, Kunden und die Geschichten hinter wichtigen Entscheidungen und gleichzeitig sind sie weiterhin Sohn oder Tochter des bisherigen Unternehmers.

Dadurch wirken verschiedene Erwartungen gleichzeitig. Die Eltern haben möglicherweise konkrete Vorstellungen davon, wie das Unternehmen weitergeführt werden sollte. Mitarbeiter vergleichen Entscheidungen mit denen des Seniors. Kunden und Geschäftspartner müssen Vertrauen in die nächste Generation entwickeln. Gleichzeitig versucht der Nachfolger herauszufinden, welche Vorstellungen er selbst von Führung und Unternehmertum hat.

Hinzu kommt das Tagesgeschäft. Wer morgens Mitarbeiterfragen klärt, anschließend Kundentermine wahrnimmt und am Nachmittag operative Probleme löst, hat zwar viel Verantwortung, beschäftigt sich aber nicht zwangsläufig mit der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens. So kann ein Nachfolger fachlich und organisatorisch immer stärker eingebunden sein, ohne ausreichend Raum für seine unternehmerische Entwicklung zu haben.

Eine weitere Herausforderung: Ein neutraler Gesprächspartner fehlt häufig. Mit den Eltern lassen sich nicht alle Fragen unabhängig von der familiären Beziehung besprechen. Mitarbeiter sind Teil des Unternehmens und Freunde kennen die besondere Situation einer Unternehmensnachfolge möglicherweise nicht aus eigener Erfahrung.

Wenn Eltern und Unternehmer gleichzeitig am Tisch sitzen

In Familienunternehmen überschneiden sich Familie und Unternehmen. Eine strategische Meinungsverschiedenheit kann deshalb schnell eine persönliche Ebene bekommen. Der Senior empfindet eine neue Idee möglicherweise als Kritik an seinem Lebenswerk. Der Nachfolger wiederum interpretiert einen Einwand als fehlendes Vertrauen in seine Fähigkeiten.

Deshalb ist es hilfreich, familiäre und unternehmerische Rollen bewusster voneinander zu unterscheiden. Einen anderen Weg einzuschlagen bedeutet nicht, die Leistung der Eltern abzuwerten. Umgekehrt muss die Erfahrung des Seniors nicht bedeuten, dass dessen Idee auch für die Zukunft automatisch die richtige ist.

Statt zu fragen, welche Generation recht hat, kann eine andere Frage den Gesprächsrahmen verändern: Was braucht das Unternehmen jetzt und in Zukunft?

Selbstführung als Grundlage für den Generationswechsel

Bevor Nachfolger beschließen können, wohin sie ein Unternehmen führen möchten, brauchen sie einen eigenen Maßstab für ihre Entscheidungen. Genau darum geht es bei Selbstführung.

Dazu gehört zunächst, die persönlichen Werte und Ziele zu klären. Was bedeutet Erfolg für mich? Welche Art von Führung entspricht mir? Wie viel Wachstum strebe ich an? Welche Verantwortung möchte ich selbst tragen – und welche bewusst an andere übertragen? Die Antworten müssen nicht mit denen der Vorgängergeneration übereinstimmen.

Unternehmerischer Erfolg lässt sich dabei nicht ausschließlich an Umsatz oder Wachstum messen. Auch die Frage, wie das Unternehmen zum eigenen Leben passen soll, spielt eine Rolle. Wer diese Vorstellungen nicht selbst formuliert, übernimmt leicht einen Lebens- und Unternehmerentwurf, den andere vorgelebt oder erwartet haben.

Unternehmer bist du nicht nur im Unternehmen

Dabei hilft der Blick auf fünf miteinander verbundene Lebensbereiche: Ich, Familie, Unternehmen, Freundeskreis und Gesellschaft.

Jeder dieser Bereiche stellt andere Anforderungen. Das Unternehmen benötigt Zeit und Entscheidungen, die Familie Verlässlichkeit, Freundschaften persönliche Nähe. Gleichzeitig bestehen eigene Bedürfnisse und möglicherweise der Wunsch, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Selbstführung bedeutet nicht, diese Bereiche jederzeit perfekt auszubalancieren. Es geht vielmehr darum, bewusst festzulegen, welchen Stellenwert sie im eigenen Leben haben sollen. Daraus entstehen persönliche Erfolgskriterien, die bei wichtigen Entscheidungen Orientierung geben.

Wer etwa Wachstum anstrebt, aber gleichzeitig mehr persönliche Unabhängigkeit vom Tagesgeschäft möchte, muss Strukturen schaffen, Verantwortung delegieren und seine eigene Rolle entsprechend verändern. So zeigt sich in konkreten Entscheidungen, was dir als Unternehmer wirklich wichtig ist.

Zwischen Tradition und neuen Ideen den eigenen Führungsstil finden

Wer ein Familienunternehmen übernimmt, startet nicht bei null. Über Jahre oder Jahrzehnte sind Strukturen, Werte und eine bestimmte Art der Führung entstanden. Die Aufgabe der nächsten Generation besteht deshalb nicht darin, möglichst schnell alles anders zu machen. Sie besteht aber ebenso wenig darin, Bestehendes ungeprüft fortzuführen.

Für Nachfolger lohnt sich zunächst ein genauer Blick darauf, warum bestimmte Dinge im Unternehmen so funktionieren, wie sie funktionieren. Welche Entscheidungen haben das Unternehmen geprägt? Welche Werte sind für Mitarbeiter und Kunden wichtig? Welche Routinen haben sich bewährt und welche bestehen hauptsächlich deshalb weiter, weil sie schon immer so gehandhabt wurden?

Auf dieser Grundlage kann die nächste Generation bewusster entscheiden, was sie erhalten möchte. Gleichzeitig darf sie hinterfragen, was nicht mehr zu den eigenen Vorstellungen oder zu den zukünftigen Anforderungen des Unternehmens passt. Das kann die Führung von Mitarbeitern ebenso betreffen wie Entscheidungswege, Strategie, Positionierung oder Zusammenarbeit.

Ein eigener Führungsstil entsteht dabei nicht durch demonstrative Abgrenzung von der Vorgängergeneration. Wer jede Entscheidung anders trifft, nur um Eigenständigkeit zu beweisen, macht Veränderung zum Selbstzweck. Umgekehrt verhindert das ungeprüfte Fortführen bestehender Strukturen und Führungsweisen, dass der Nachfolger einen eigenen unternehmerischen Weg entwickelt.

Entscheidend ist deshalb eine andere Haltung: Was möchte ich aus Überzeugung weiterführen und was möchte ich aus Überzeugung verändern? So wird aus der bisherigen Unternehmensgeschichte ein Fundament, auf dem die nächste Generation ihren eigenen Weg entwickeln kann.

Gerade beim Generationswechsel im Familienunternehmen zeigt sich unternehmerische Eigenständigkeit darin, Tradition weder als Verpflichtung noch als Hindernis zu betrachten. Sie ist ein Teil des Unternehmens, den die nächste Generation verstehen und anschließend bewusst weiterentwickeln kann.

Was braucht das Unternehmen?

Unterschiedliche Vorstellungen zwischen den Generationen sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Die Vorgängergeneration blickt auf viele Jahre unternehmerischer Erfahrung zurück. Die nächste Generation ergänzt dieses Wissen um neue Erfahrungen, Ideen und einen anderen Blick auf Märkte, Führung oder Zusammenarbeit.

Für die gemeinsame Unternehmensentwicklung kommt es darauf an, diese Perspektiven nicht gegeneinander auszuspielen. Ein hilfreicher Bezugspunkt ist deshalb die Frage: Was braucht das Unternehmen?

An einer konkreten Entscheidung wird das schnell deutlich. Möchte die nächste Generation etwa Führungsverantwortung stärker auf mehrere Personen verteilen, sollte nicht entscheidend sein, welche Generation ihre bevorzugte Arbeitsweise durchsetzt. Wichtiger ist, welche Führungsstruktur zur Größe des Unternehmens, zu den Mitarbeitern und zu den zukünftigen Zielen passt.

Auf diese Weise können beide Generationen ihre unterschiedlichen Erfahrungen für dieselbe Aufgabe nutzen. Der Senior bringt Wissen darüber ein, was das Unternehmen geprägt und erfolgreich gemacht hat. Der Junior ergänzt seine Einschätzung dazu, welche Veränderungen für die kommenden Jahre notwendig werden.

Für den Nachfolger bedeutet das auch, den eigenen Standpunkt vertreten zu können. Ein eigener Führungsstil entsteht schließlich nicht dadurch, sich gegen die Vorgängergeneration durchzusetzen. Er entsteht, wenn Entscheidungen zunehmend aus einem eigenen unternehmerischen Selbstverständnis heraus getroffen und verantwortet werden.

Auf Augenhöhe mit der Vorgängergeneration arbeiten

Zwei Personen im Anzug gehen durch ein Büro, repräsentieren den Coaching-Prozess für Nachfolger in Familienunternehmen.

Im Familienunternehmen treffen während des Generationswechsels zwei Beziehungen aufeinander. Am Küchentisch sitzen sich vielleicht Vater und Sohn oder Mutter und Tochter gegenüber. Im Unternehmen begegnen sich dagegen zwei Generationen, die Verantwortung für denselben Betrieb tragen. Diese Ebenen bewusst voneinander zu unterscheiden, ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Zusammenarbeit.

Das gelingt nicht automatisch mit einer neuen Position oder einem neuen Titel. Besonders dann nicht, wenn Gespräche zwischen Senior und Junior weiterhin überwiegend vom Tagesgeschäft bestimmt werden. Welche Bestellung muss freigegeben werden? Wie reagieren wir auf einen Kunden? Wer kümmert sich um ein Problem mit einem Mitarbeiter? Solche Fragen sind notwendig, reichen für einen echten unternehmerischen Austausch aber nicht aus.

Solche Gespräche verändern auch die Beziehung zwischen den Generationen. Der Junior wartet nicht mehr ausschließlich darauf, Aufgaben übertragen zu bekommen, sondern bringt eigene unternehmerische Themen ein. Er formuliert Positionen, stellt Fragen und übernimmt Verantwortung für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Das bedeutet gleichzeitig, Verantwortung aktiv einzufordern. Wer sich als Unternehmer entwickeln möchte, kann nicht darauf warten, dass die Vorgängergeneration irgendwann den perfekten Freiraum dafür schafft. Die eigene Entwicklung ist eine Holschuld: Nachfolger müssen selbst Initiative zeigen und zunehmend Verantwortung für ihren unternehmerischen Weg übernehmen.

Vom Loslass-Konflikt zum unternehmerischen Dialog

Warum das so wichtig ist, zeigt der sogenannte Loslass-Teufelskreis, wie ihn Timo Kaapke nennt. Er kann entstehen, wenn die Vorgängergeneration nur wenig unternehmerische Verantwortung abgibt. Der Junior bleibt dadurch stark in operativen Aufgaben gebunden und hat kaum Gelegenheit, eigenständig unternehmerisch zu handeln.

Aus Sicht des Seniors entsteht nun möglicherweise der Eindruck, der Nachfolger denke noch nicht ausreichend unternehmerisch. Die Konsequenz: Er hält Entscheidungen weiterhin bei sich und überträgt noch weniger Verantwortung. Der Junior wiederum wartet darauf, endlich mehr Gestaltungsspielraum zu bekommen.

Der Kreislauf verstärkt sich selbst:

Wenig übertragene Verantwortung → operative und reaktive Rolle des Juniors → Zweifel des Seniors am unternehmerischen Handeln → noch weniger übertragene Verantwortung.

Wer diesen Kreislauf durchbrechen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf das Loslassen der Vorgängergeneration warten. Auch der Junior kann den ersten Schritt machen. Er kann eigene Themen setzen, strategische Fragen vorbereiten und konkrete Verantwortungsbereiche übernehmen wollen.

Ein guter Einstieg muss dabei nicht sofort die große Frage nach der endgültigen Übergabe sein. Unternehmerischer Dialog kann an konkreten Zukunftsthemen beginnen. Welche Kunden passen künftig besonders gut zum Unternehmen? Welche Positionierung wollen beide Generationen erreichen? Was macht das Unternehmen aus und wie soll es in einigen Jahren wahrgenommen werden? Das Unternehmen wird dadurch zum gemeinsamen Bezugspunkt.

Aus „Wann lässt du mich endlich machen?“ kann so eine produktivere Frage werden: „Was braucht unser Unternehmen und welchen Beitrag übernehme ich dafür?“

Damit verändert sich auch die Rolle des Nachfolgers. Er ist nicht länger nur Empfänger von Verantwortung, sondern übernimmt Verantwortung dafür, dass unternehmerische Zusammenarbeit überhaupt entsteht. Die Vorgängergeneration bleibt wichtiger Gesprächspartner, aber zunehmend von Unternehmer zu Unternehmer.

Drei Ebenen auf dem Weg zur eigenen Unternehmerrolle

Die Entwicklung vom Nachfolger zum eigenständigen Unternehmer lässt sich auf drei miteinander verbundenen Ebenen betrachten:

Schritt 1

Sich selbst führen:

Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten, Zielen und Vorstellungen. Wie möchtest Du als Unternehmer handeln? Was bedeutet Erfolg für Dich? Und welchen Platz soll das Unternehmen in Deinem Leben einnehmen? Diese Klarheit schafft eine Grundlage für Entscheidungen, die nicht ausschließlich von äußeren Erwartungen bestimmt werden.

Schritt 2

Die Generationenbeziehung gestalten:

Im nächsten Schritt geht es darum, der Vorgängergeneration zunehmend auf unternehmerischer Augenhöhe zu begegnen. Dazu gehört, Erwartungen anzusprechen, unterschiedliche Vorstellungen auszuhalten und Verantwortung aktiv einzufordern. Aus der Beziehung zwischen Eltern und Kindern muss im Unternehmenskontext zunehmend ein Dialog zwischen zwei Unternehmergenerationen werden.

Schritt 3

Das Unternehmen gestalten:

Unternehmerische Entwicklung zeigt sich schließlich im Handeln. Nachfolger müssen eigene strategische Perspektiven entwickeln, Entscheidungen treffen und Verantwortung für deren Konsequenzen übernehmen. Statt lediglich bestehende Aufgaben abzuarbeiten, verschiebt sich der Fokus zunehmend von der Arbeit im Unternehmen zur Arbeit am Unternehmen.

Diese Ebenen beeinflussen sich gegenseitig. Wer die eigenen Ziele nicht kennt, kann gegenüber der Vorgängergeneration nur schwer eine klare Position vertreten. Wer wiederum keinen unternehmerischen Gestaltungsspielraum übernimmt, kann die eigene Rolle kaum praktisch entwickeln.

Genau deshalb sollte der Generationswechsel nicht ausschließlich als formal-rechtlicher Übergabeprozess betrachtet werden. Er ist zugleich ein persönlich-unternehmerischer Entwicklungsprozess, in dem der Nachfolger lernt, sich selbst, die Beziehung zur Vorgängergeneration und schließlich das Unternehmen aktiv zu gestalten. Nachfolge-Coaching unterstützt in diesem Prozess.

Was Nachfolge-Coaching beim Generationswechsel im Familienunternehmen leisten kann

Viele dieser Fragen lassen sich nicht mit einer Checkliste für die Unternehmensnachfolge beantworten.Viele Nachfolger stehen mit ihren unternehmerischen Fragen zunächst allein da. Im Freundeskreis fehlt häufig das Verständnis dafür, wie es ist, gleichzeitig Sohn oder Tochter, Nachfolger und angehender Unternehmer zu sein. Mit Mitarbeitern lassen sich Zweifel oder Konflikte mit der Vorgängergeneration nur begrenzt besprechen. Und Gespräche mit den eigenen Eltern sind wiederum von der familiären Beziehung geprägt. Hier setzt unternehmerisches Sparring an.

Sparring bedeutet einen persönlichen Austausch auf Augenhöhe. Ein Sparringspartner liefert nicht einfach fertige Antworten, sondern stellt gezielte Fragen, hinterfragt Sichtweisen und bringt eine unabhängige Perspektive ein. Dadurch kann der Nachfolger eigene Entscheidungen prüfen und Ideen entwickeln, die zu seiner Situation passen.

Konkret kann es beispielsweise darum gehen, zu klären, welche Verantwortung der Nachfolger künftig übernehmen möchte, wie ein schwieriges Gespräch mit dem Senior vorbereitet werden kann oder welche strategischen Themen bisher vom Tagesgeschäft verdrängt werden. Ebenso lässt sich hinterfragen, ob ein Konflikt tatsächlich auf unterschiedlichen unternehmerischen Vorstellungen beruht oder ob darin alte Eltern-Kind-Rollen wirken.

Gerade der Austausch mit anderen Nachfolgern kann eine zusätzliche Perspektive eröffnen. Viele Herausforderungen im Generationswechsel fühlen sich zunächst sehr eigen an. Andere Unternehmer und Unternehmerinnen der nächsten Generation beschäftigen sich jedoch mit ähnlichen Fragen: Wie fordere ich Verantwortung ein? Wie gehe ich mit den Erwartungen meiner Eltern um? Wie setze ich eigene Ideen um, ohne einen unnötigen Generationenkonflikt auszulösen?

Der entscheidende Punkt bleibt dabei die Eigenverantwortung. Ein Sparringpartner kann hinterfragen, welche Verantwortung Du übernehmen möchtest, welche Entscheidung Du bisher aufschiebst oder wie Du ein schwieriges Gespräch mit der Vorgängergeneration vorbereitest. So entsteht Schritt für Schritt nicht nur Klarheit über die Nachfolge, sondern ebenso über die eigene Identität als Unternehmer.

Woran Du erkennst, dass Coaching für Dich von Vorteil sein kann

Du möchtest nicht einfach das Familienunternehmen übernehmen, sondern Deine eigene Rolle als Unternehmer entwickeln? NEXT GENERATION UNTERNEHMER verbindet persönliches Sparring mit unternehmerischer Entwicklung und dem Austausch mit anderen Nachfolgern, damit Du Deinen eigenen Weg zwischen Familienerwartungen, Tradition und Zukunftsgestaltung findest. Starte mit einem persönlichen Orientierungsgespräch.

Sparring mit NEXT GENERATION UNTERNEHMER

NEXT GENERATION UNTERNEHMER begleitet Nachfolger in mittelständischen Familienunternehmen bei drei zentralen Aufgaben: der Klärung der eigenen Unternehmerrolle, der Zusammenarbeit mit der Elterngeneration und der zukünftigen Gestaltung des Unternehmens.

Im Sparring arbeitet der Nachfolger zunächst heraus, welche Werte, Ziele und Erwartungen sein eigenes  Unternehmersein bestimmen sollen. Anschließend geht es darum, Gespräche und Verantwortungsbereiche mit der Vorgängergeneration zu klären. Darauf aufbauend entwickelt der Nachfolger seine eigene Perspektive auf Führung, Strategie und die Zukunft des Unternehmens.

Ergänzt wird das Sparring durch den Austausch mit anderen Nachfolgern, die vergleichbare Situationen aus ihren eigenen Familienunternehmen kennen. Du musst Deine Fragen dadurch nicht ausschließlich mit Menschen besprechen, die Deine besondere Position nur von außen kennen.

Das Sparring richtet sich damit insbesondere an Nachfolger, die bereits im Familienunternehmen arbeiten oder kurz vor dem Einstieg stehen und merken, dass ihnen nicht Fachwissen über das Unternehmen fehlt, sondern eine Vorstellung davon, wie sie es selbst als Unternehmer führen und weiterentwickeln möchten.

Du willst in der Nachfolge nicht nur bestehende Verantwortung übernehmen, sondern Deinen eigenen unternehmerischen Weg gestalten? NEXT GENERATION UNTERNEHMER bietet Dir persönliches Sparring und den Austausch mit Nachfolgern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. In einem persönlichen Orientierungsgespräch kannst Du Deine aktuelle Situation klar einordnen und herausfinden, welche Themen Du als Nächstes angehen solltest.

Timo Kaapke, Next Generation Unternehmer

Fazit: Generationenwechsel selbst gestalten statt auf die Übergabe warten

Wer auf den Tag wartet, an dem der Senior endgültig übergibt, beginnt mit der eigenen Unternehmerentwicklung zu spät. Die entscheidenden Schritte passieren vorher: eigene Ziele formulieren, unternehmerische Themen übernehmen und mit der Vorgängergeneration klären, wie Verantwortung künftig verteilt wird.

Dabei geht es weder darum, das Unternehmen genauso weiterzuführen wie bisher, noch darum, möglichst viel zu verändern. Der Nachfolger muss herausfinden, welche Teile des bisherigen Weges er bewusst fortführen möchte und wo er eine eigene Richtung einschlägt.

Genau darin liegt der persönliche Teil des Generationswechsels: Aus einer vorgesehenen Nachfolge wird eine selbst gewählte Unternehmerrolle.

Wenn Du herausfinden möchtest, wo Du in diesem Prozess stehst, kannst Du im persönlichen Orientierungsgespräch Deine aktuelle Situation und die nächsten Schritte mit NEXT GENERATION UNTERNEHMER einordnen.

Häufig gestellte Fragen zum Coaching beim Generationswechsel

Was bringt Coaching bei einem Generationswechsel im Familienunternehmen?

Coaching beziehungsweise persönlich-unternehmerisches Sparring schafft einen geschützten Raum, um die eigene Rolle außerhalb des Tagesgeschäfts und familiärer Erwartungen zu reflektieren. Nachfolger können ihre Ziele, Werte und Vorstellungen vom eigenen Unternehmersein klären und konkrete Herausforderungen mit der Vorgängergeneration betrachten. Das Ziel besteht nicht darin, fertige Antworten vorzugeben, sondern die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit als Unternehmer zu stärken.

Wie finde ich meine eigene Rolle als Nachfolger?

Kläre zuerst, welche Werte, Ziele und Vorstellungen Du selbst mit Deinem Unternehmersein verbindest. Leite daraus ab, welche Verantwortung Du übernehmen und welche Bereiche des Unternehmens Du prägen möchtest. Deine Unternehmerrolle entsteht damit nicht aus der Stellenbeschreibung, sondern aus den Entscheidungen, für die Du selbst einstehst.

Wie gehe ich mit den Erwartungen meiner Eltern bei der Unternehmensnachfolge um?

Zunächst hilft es, zwischen familiären und unternehmerischen Erwartungen zu unterscheiden. Als Sohn oder Tochter besteht eine andere Beziehung zu Deinen Eltern als zwischen zwei Unternehmergenerationen. Sprich Erwartungen deshalb möglichst konkret an und stelle ihnen Deine eigenen Vorstellungen gegenüber. Einen eigenen Weg einzuschlagen bedeutet dabei nicht, die Leistung der Eltern abzuwerten. Ziel ist vielmehr, aus dem bestehenden Fundament eine Zukunft zu entwickeln, für die Du selbst Verantwortung übernehmen willst und kannst.

Wie gelingt die Zusammenarbeit mit der Vorgängergeneration?

Eine gute Zusammenarbeit braucht einen regelmäßigen Dialog, der über operative Fragen hinausgeht. Themen wie Strategie, Positionierung, Unternehmensidentität und Zukunft sollten bewusst gemeinsam besprochen werden. Hilfreich ist dabei die Frage: „Was braucht das Unternehmen?“ Sie verschiebt den Fokus weg von der Frage, welche Generation recht hat. So kann schrittweise eine Zusammenarbeit entstehen, in der sich Senior und Junior zunehmend als Unternehmer auf Augenhöhe begegnen.

Wie unterscheidet sich Sparring von sonstiger Nachfolgeberatung?

Klassische Nachfolgeberatung beschäftigt sich häufig mit organisatorischen, rechtlichen, steuerlichen oder wirtschaftlichen Fragen der Unternehmensübergabe. Persönlich-unternehmerisches Sparring setzt an einer anderen Stelle an: bei der persönlichen Entwicklung des Nachfolgers und seiner Rolle als Unternehmer. Bei NEXT GENERATION UNTERNEHMER stehen dabei die eigene Unternehmeridentität, Selbstführung, die Beziehung zur Vorgängergeneration, die Gestaltung des Unternehmens und der Austausch mit anderen Nachfolgern im Mittelpunkt. Damit ergänzt Sparring die fachliche Gestaltung einer Unternehmensnachfolge um die persönliche und unternehmerische Entwicklung der nächsten Generation.